Kunst am Bau am RheinMain CongressCenter

Der Außenbereich vor dem RheinMain CongressCenter wird um drei Skulpturen bereichert. Die Bildhauerin Emilia Neumann setzte sich mit ihrer "Kunst am Bau" in einem Wettbewerb gegen sieben weitere Künstlerinnen und Künstler durch.

Einweihung der Skulpturen am 24. August 2023

In den vergangenen Wochen wurde die Unterkonstruktion auf der Rasenfläche vor dem RMCC gebaut, auf denen die Skulpturen fest verankert wurden. Rund zehn Monate lang hat die 37-jährige Künstlerin, die sich im Wettbewerb vergangenen Jahres gegen sieben Künstlerinnen und Künstler hatte durchsetzen können, an ihren unter anderem aus Wasserbehältern, wie Regentonnen und Wassermuscheln, geschaffenen tonnenschweren Skulpturen gearbeitet.

Mit der Installation und Einweihung dreier amorpher Skulpturen der Frankfurter Bildhauerin Emilia Neumann erreicht der von der TriWiCon, Bauherrin des RheinMain CongressCenter, ausgelobte nichtoffenen Einladungswettbewerb „Kunst am Bau“ seinen Abschluss.

Bildergalerie von der Einweihung am 24. August 2023 (Öffnet in einem neuen Tab)

Was ist Kunst am Bau?

Kunst am Bau ist eine besondere künstlerische Aufgabe mit unmittelbar öffentlichem Bezug und hat in Deutschland eine lange Tradition. Seit der Deutsche Bundestag im Jahr 1950 empfohlen hat, bei allen Bundesbauten einen festen prozentualen Anteil der Bausumme für die Kunst einzusetzen, sind im Auftrag des Bundes mehrere tausend Kunstwerke entstanden. Sie bilden zusammengenommen eine international einzigartige Sammlung an Kunst, die auf viele hundert Standorte in Deutschland und in der gesamten Welt verteilt ist.

Ziel von Kunst am Bau ist die Belebung von öffentlichen Räumen und Plätzen. Dazu setzt sich das Kunstwerkt mit Ort und Raum, Inhalt und Funktion der Bauaufgabe auseinander. Der Orts- und Objektbezug der Kunst am Bau trägt dazu bei, Akzeptanz und Identifikation der Nutzer mit ihrem Bauwerk sowie in der Öffentlichkeit zu stärken, Aufmerksamkeit herzustellen und Standorten ein zusätzliches Profil zu geben.

Mit dem Neubau des RheinMain CongressCenter wurde seinerzeit eine Summe im Baubudget für das Projekt Kunst am Bau bereitgestellt. Dem Bauherrn für öffentliche Gebäude, für das RheinMain CongressCenter ist dies die TriWiCon, Eigenbetrieb der Landeshauptstadt Wiesbaden, kommt eine baukulturelle Verantwortung und Vorbildfunktion zu.

Kunst am Bau ist daher ein integraler Bestandteil der Bauaufgabe "RMCC".

Öffentliche Bauwerke sollen, insbesondere wenn sie herausgehobenen gesamtstaatlichen Funktionen dienen und an exponierten Standorten stehen, das baukulturelle Niveau und Verständnis in Deutschland widerspiegeln.

Erläuterung zu den Skulpturen von Emilia Neumann

Die in Frankfurt lebende und arbeitende Bildhauerin Emilia Neumann konnte den von der TriWiCon ausgelobten nichtoffenen Einladungswettbewerb „Kunst am Bau des RheinMain CongressCenter“ mit ihrem Entwurf dreier amorpher Skulpturen für sich entscheiden.

Die dauerhaft vor dem RMCC installierte Werkgruppe „Congress Sculptures“ setzt sich aus drei eigens für das Gebäude konzipierten Skulpturen zusammen. Das nahezu vier Meter hohe Skulpturen-Trio besteht aus im Guss eingefärbtem Stahlbeton. Die Künstlerin Emilia Neumann bewegt sich hier in ihrer Arbeitsweise zwischen Malerei und Skulptur und nutzt als Ausgangspunkt für den Betonguss Alltagsgegenstände als formgebende Elemente. Die ursprüngliche Verwendung wird noch angedeutet und löst sich dann für die Betrachtenden ins Gegenstandslose auf.

Für Kunst am Bau nahm die Künstlerin die Thermalquellen in Wiesbaden und damit zusammenhängend das Thema Wasser als Referenz. Während die Materialität auf das RMCC und seine Umgebung reagiert, heben sich Form und Farben davon ab und behaupten sich eigenständig.

Die Figurengruppe ist eine Einladung, Kunst und Raum zu entdecken.


"Jeder soll das, was er sieht, interpretieren können", formuliert Emilia Neumann den Anspruch an ihr Werk.


Skulpturen-Trio von Emilia Neumann vor dem RMCC

Den großen Spielraum in der Betrachtung lässt Emilia Neumann bewusst zu - das gilt auch für ihre zahlreichen Kunstwerke, die im öffentlichen Raum und in Sammlungen gezeigt werden, zum Beispiel in Köln, in den Städten Ulm und Mörfelden-Walldorf sowie im Land Baden-Württemberg.

Neumanns Kunst ist auch in der Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland (Bundesrat Berlin) vertreten.

Zur Person Emilia Neumann

  • Emilia Neumann, geboren 1985 in Hessen. Studium der Bildhauerei bei Prof. Wolfgang Luy und Georg Hüter an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main, sowie bei José Luis Vicario an der Facultad de Bellas Artes Alonso Cano in Granada, Spanien.
  • 2013 machte sie ihr Diplom bei Prof. Wolfgang Luy in Bildhauerei und bei Prof. Dr. Marc Ries in Soziologie/ Theorien der Medien.
  • 2016 bis 2017 Lehrauftrag für Bildhauerei / Leitung der Gips- und Tonwerkstatt an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach.
  • Seit 2013 regelmäßige Ausstellungstätigkeit. Neben mehreren Auszeichnungen
    erhielt sie 2022 das Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds Bonn. Werke von Frau Neumann befinden sich u.a. in der Sammlung der zeitgenössischen Kunst der Bundesrepublik Deutschland. Arbeiten im öffentlichen Raum in Ulm, Köln und im Gebäude des Bundesrats in Berlin.

Emilia Neumann

Bildhauerin

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Peter Krausgrill
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  • Oliver Hebel