Maßstäbe bei Energieeffizienz

Das neue RheinMain CongressCenter setzt in vielerlei Hinsicht Maßstäbe – vor allem bei der Energieeffizienz. Mit einem bis dato völlig neuen Energiekonzept versorgt sich das RMCC quasi selbst.

08.08.2018

v.r.n.l. Andreas Kowol, Jörg Höhler, Martin Michel, Detlev Bendel, Ralf Schodlok

Das neue RheinMain CongressCenter setzt bei der Energieeffizienz Maßstäbe: Mit einem bis dato völlig neuen Energiekonzept versorgt sich das CongressCenter quasi selbst: Es generiert unter anderem die Energie, die für den Betrieb einer Wärmepumpe zum Temperieren der Bodenflächen benötigt wird, mittels einer Photovoltaikanlage mit 768 Modulen, die auf einer 3500 Quadratmeter großen Fläche des Hallendaches Nord verteilt sind. Die Umsetzung des drei Bausteine umfassenden wegweisenden Energiekonzepts gelang der Stadt Wiesbaden als Bauherrn im Schulterschluss mit dem Wiesbadener Umweltamt, das mit der Umsetzung des vom Stadtparlament verabschiedeten so genannten 20-20-20-Ziels und des integrierten Klimaschutzkonzeptes betraut ist, und dem kommunalen Energiedienstleister ESWE Versorgungs AG.

Die gute Kooperation der drei Partner trug prompt Früchte: Das RheinMain CongressCenter wurde von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e. V. (DGNB) mit dem Zertifikat in Platin ausgezeichnet. Mit diesem höchstmöglichen Gütesiegel würdigt die Gesellschaft das RMCC, das sich ständig verändernden Anforderungen an Beheizung und Kühlung anpassen muss, als eines der nachhaltigsten Veranstaltungszentren weltweit. Ein Qualitätsmerkmal, das auch bei Veranstaltern punktet.

Hessenweit einmaliges Leuchtturmprojekt

Für Wiesbadens Umweltdezernent Andreas Kowol stellt das innovative Energieversorgungskonzept des RMCC ein „hessenweit einmaliges Leuchtturmprojekt im Bereich der Energieeffizienz von Gebäuden“ dar. Das Konzept zeige Perspektiven auf und mache deutlich, wie den zukünftigen baulichen Herausforderungen einer Großstadt begegnet werden könne und sich klimafreundliche städtebauliche Lösungen ohne Abstriche an den Komfort realisieren ließen. Gebäude haben in Deutschland einen wesentlichen Anteil am Gesamtenergiebedarf. Sie benötigen 35 Prozent des Endenergieverbrauchs und verursachen rund 30 Prozent aller CO2-Emissionen. Beim neuen RheinMain CongressCenter wurden laut Kowol gleich mehrere im Wiesbadener Klimaschutzkonzept favorisierte Maßnahmen kombiniert. Dazu gehören die „Energieeffizienz von Nicht-Wohngebäuden“, die „Förderung von Solarenergie“, der „Ausbau von Fernwärme“, die „Nutzung von Abwasserwärme“ und „Contracting Modelle zur Eigenstromversorgung“.

Die ESWE Versorgungs AG, als Unternehmen selbst der Nachhaltigkeit durch ressourcenschonende Energiegewinnung verpflichtet, hat in Zusammenarbeit mit der Stadt ein auf drei Bausteinen basierendes Energiekonzept entwickelt, bei dem auch die Fernwärme aus dem Biomasseheizkraftwerk zum Einsatz kommt.

Hoher energetischer Standard

Das RMCC wird über temperierte Bodenflächen geheizt. Dafür wird die Wärme aus dem Abwasser des Kanals genutzt. Die Versorgung der Spitzenlasten erfolgt mit Fernwärme aus dem Biomasseheizkraftwerk. Die Energie, sprich den Strom, der für den Betrieb der Fernwärmepumpe benötigt wird, erzeugt die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Halle Nord, die darüber hinaus den Großteil des Strombedarfs des RMCC im Normalbetrieb deckt. Das Energiekonzept unterschreitet die Energieeinsparverordnung (EnEV) 2016 und den hohen energetischen Standard des Kongresszentrums dokumentiert. Das Land Hessen förderte das innovative Projekt der Abwasserwärmenutzung, von der Stadt Wiesbaden wurde die Photovoltaikanlage, die jährlich rund 180.000 Kilowattstunden umweltfreundlichen Solarstroms produzieren wird, bezuschusst.

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